Warum eine gGmbH

Warum gründet ihr keinen Verein?

Das ist günstiger und ihr könnt sofort anfangen!

Diesen und noch vielen anderen Fragen müssen wir uns ständig stellen.

Wir wollen an dieser Stelle einmal versuchen zu erklären, welche Gedanken wir uns dazu gemacht haben und warum wir zu dem Entschluss gekommen sind, eine gGmbH zu gründen.

Ein Verein hat in Deutschland noch immer einen großen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft. Allerdings unterliegen viele Menschen noch immer dem Irrglauben, dass ein eingetragener Verein automatisch auch gemeinnützig ist und Gutes tut. Viele Fälle belegen jedoch, dass dies leider nicht immer zutrifft. Dies führt auch dazu, dass die Unterstützung aus der Politik und Wirtschaft immer mehr abnimmt.

Zum Verständnis ein kleiner Exkurs:

Ein Verein KANN eingetragen werden, muss aber nicht. Eigentlich ist schon jede Zusammenkunft von Menschen ein Verein, sofern die Beteiligten sich darauf einigen. Sollten sich mindestens 7 Menschen entschließen, einen “eingetragenen Verein” zu gründen, wird es schon komplizierter. Hierfür muss eine Gründungsversammlung stattfinden, die Satzung muss genehmigt werden und der so gegründete Verein muss notariell beim Amtsgericht eingetragen werden. Zusätzlich muss das Finanzamt über die Gründung unterrichtet werden.

Nun wurde der Verein gegründet und eingetragen. Gemeinnützig ist er damit noch lange nicht! Dies muss separat beim Finanzamt beantragt werden. Nach Prüfung durch das Finanzamt bekommt man dann, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind, einen Freistellungsbescheid. Dieser bescheinigt dann die Gemeinnützigkeit. Erst jetzt ist man  berechtigt z.B. Spendenquittungen auszustellen.

Der Nachteil liegt darin, dass ein gemeinnütziger Verein keinen “wirtschaftlichen Betrieb” betreiben darf. Die Haupteinnahmequelle müssen Mitgliedsbeiträge und Spenden sein. Sollte der Verein größeren Umsatz durch den Verkauf von Fanartikeln (Merchandise), Veranstaltungen (Eintrittsgelder) oder Tombolas haben, als durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, so entfällt die Voraussetzung für die Gemeinnützigkeit! Dies passiert zur Zeit sehr viel im Bereich Tierschutzvereine, wenn die Einnahmen durch Vermittlungsgebühren  höher sind als die Mitgliedsbeiträge. Schon etliche Vereine mussten eine Gesellschaft gründen um die Gemeinnützigkeit behalten zu können!

Ein wichtiger Aspekt für strategische Partner und Unterstützer aus der Wirtschaft ist eine langjährige, verlässliche Strategie und Zusammenarbeit. In einem Verein ist dies nicht gegeben, da der Vorstand in der Regel jedes Jahr, in einige Fällen nach 2 Jahren, neu gewählt wird. Auch die vorzeitige Absetzung eines Vorstands ist jederzeit möglich. Dadurch ergibt sich ein wirtschaftliches Risiko für potentielle Unterstützer, da diese nicht darauf vertrauen können, dass der neue Vorstand die selben Strategien verfolgt. Ebenso kann der Vorstand das Vorgehen und die Zusicherungen gegenüber den Partnern und Unterstützern nicht garantieren, da die Mitglieder jederzeit durch Mehrheitsbeschluss andere Vorgaben an den Vorstand stellen können.

Was ist nun bei einer gemeinnützigen Gesellschaft anders?

Zuerst einmal: Auch eine Gesellschaft kann gemeinnützig sein!

Es gibt viele Beispiele von großen, bekannten Organisationen, die schon lange als gGmbH agieren. Hier ein kleiner Auszug:

sowie viele regional tätige Organisationen.

Ein großer Vorteil wurde bereits oben angesprochen. Die Verlässlichkeit im Bereich der Zusammenarbeit mit Partnern und Sponsoren aus der Wirtschaft sowie der Politik.

Eine GmbH kostet zuviel Geld, welches dann dem gemeinnützigen Zweck fehlt!

Da werden Angestellte benötigt und die Gehälter sind teuer.

Dies ist zu pauschal und ist nicht immer richtig!

Eine gGmbH ist genauso von der Körperschaftssteuer befreit, wie ein Verein. Die Verwaltungskosten können in jeder Konstellation einen hohen Stellenwert einnehmen oder sich eben in einem angemessenen Rahmen bewegen. Ebenso fallen in großen Vereinen Gehälter für Geschäftsführung, Bürokräfte usw. an. Zumindest, wenn man zuverlässig und konstant arbeiten möchte und nicht ausschließlich auf die Hilfe von ehrenamtlichen Helfern angewiesen sein möchte. Aber auch eine ehrenamtliche Tätigkeit ist in einer gGmbH selbstverständlich möglich. Lediglich die Kosten für Steuerberater und die jährlich zu erstellende Bilanz unterscheiden sich.

Ein Verein wird durch die Mitglieder kontrolliert und in einer GmbH kann der Geschäftsführer / die Gesellschafter mit dem Geld machen was sie wollen.

Dadurch, dass eine gGmbH eine Bilanz erstellen und veröffentlichen muss, existiert sogar eine bessere, transparentere Kontrolle als in einem Verein!

Die Bilanzen einer gGmbH müssen jährlich im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Hieraus ergibt sich ein sehr genaues Bild der Einnahmen und deren Verwendung. Da in einem Verein eine einfache Einnahmen/Überschuss Buchhaltung ausreichend ist, lässt sich hier viel mehr “Schindluder” treiben und gewisse Posten einfacher “verstecken”. Ebenso muss das Ergebnis nicht veröffentlicht werden und die, auf der Mitgliedervollversammlung präsentierten Zahlen, sind in der Regel eher eine sehr komprimierte Aufstellung, aus der Einzelheiten nicht hervor gehen.

Man sollte die 25.000,- € für die Gründung lieber direkt in das Projekt stecken!

Auch hier unterliegen viele dem Irrglauben, dass das Stammkapital einer GmbH auf einem Konto “fest” liegt.

Das Stammkapital muss lediglich zur Gründung vorliegen und kann danach für die Geschäfte und den Satzungszweck der gGmbH genutzt werden. Es geht also kein Cent vom Stammkapital verloren!

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